Samstag, 13. Januar 2018

MÖHREN-LINGUINE MIT PESTO - ZURÜCK ZU DEN WURZELN


 

Meistens schreibe ich in diesem Blog über Brot und andere Backwerke. Aber ab und zu verlockt mich ein interessanter Blog-Event, auch mal ein anderes Produkt aus meiner Küche vorzustellen.

Eine solche Versuchung war vor einigen Jahren das "Lieblingsessen meiner Kinder", Möhren-Kartoffel-Topf mit Käse-Sahne-Sauce. Aber seitdem bin ich nicht mehr vom Pfad der bäckerischen Tugend - Ofen oder Pfanne - abgewichen.

Zorras nimmermüdem Einsatz, neue Herausforderungen für ihre Mitblogger/innen auszuhecken, ist es zu verdanken, dass ich diese Woche "zurück zu den Wurzeln" gefunden habe.

Blog-Event CXXXVII - Zurück zu den Wurzeln (Einsendeschluss 15. Januar 2018)

Eva (von Evchen kocht), Gastgeberin dieses bodenständigen Blog-Events, hofft auf viele schöne winterliche Gerichte, bei denen "der Star in eurem Rezept eben aus dem Boden kommen muss!"

Einen Frischmarkt gibt es bei uns im Winter nicht. Wie ein Erkundungsgang durch unseren Supermarkt zeigte, waren neben Steckrüben (die meinem Mann beim Militär verleidet wurden), Karotten die frischesten Wurzeln im Angebot.

Gerade hatte ich ein faszinierendes Pastarezept im News-Letter von "Tasting Table" gesehen, in dem nicht nur Karottenwurzeln und Saft, sondern auch das frische Grün verwendet werden. Ausserdem werden die Nudeln nicht wie üblich in Wasser, sondern in Möhrensaft gekocht. 

Für mein Gericht werden Bundmöhren benötigt

Die einzelnen Komponenten des Gerichts könnt ihr gut vorbereiten, sowohl die marinierten Möhrenscheiben, als auch das Pesto sollten am besten ein paar Stunden lang durchziehen.

Die Karotten lassen sich zwar mit einer Mandoline schneller hobeln, aber nach ein schmerzhaft-blutigen Erfahrung lasse ich lieber meine Finger davon und greife zum Gemüseschäler. Ausserdem brauche ich ja auch nur für zwei Personen kochen.

Am Möhren-Pesto hab ich ein bisschen herumgedoktert, die Menge von Parmesan und Pinienkernen verdoppelt. Mit dem Zitronensaft solltet ihr ein bisschen vorsichtig sein, erstmal nur 1/2 EL dazugeben und später nochmal abschmecken.

Uns hat haben die Möhren-Linguine fabelhaft geschmeckt, besonders lecker sind auch die marinierten Möhrenscheiben (die mir vorher etwas bedenklich erschienen, weil ich normalerweise kein grosser Fan von eingelegtem Gemüse bin).

MÖHREN-LINGUINE MIT PESTO   (nach Jake Cohen/"Tasting Table")
(4 Portionen)

Möhrensaft, Olivenöl und Knoblauch für die Linguine
Marinierte Möhren
4 kleine Möhren
120 g Weissweinessig
120 g Wasser
26 g/2 EL Zucker
9 g/1/2 EL Salz
1 TL Koriandersaat
½ TL Kreuzkümmelsaat
1 Lorbeerblatt
1 Prise rote Chiliflocken

Möhren-Pesto
1 Tasse abgezupfte Möhrenblätter
½ Tasse Basilikumblätter
35 g Pinienkerne, leicht geröstet
4 EL geriebener Parmesan
1/2-1 EL Zitronensaft
1 TL abgeriebene Bio-Zitronenschale
2 Knoblauchzehen, grob zerkleinert
1 Prise rote Chiliflocken
109 g/120 ml Olivenöl (kalt gepresst)
Salz

Möhren-Linguine
55 g/60 ml Olivenöl (kalt gepresst)
3 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
1 Prise rote Chiliflocken
450 g Linguine*)
1 l Möhrensaft
Salz
geriebener Parmesan zum Bestreuen

*) Falls ihr eine andere Nudelsorte nehmen wollt, müsst ihr darauf achten, dass sie die gleiche Kochzeit haben (10-12 Minuten), damit der Möhrensaft genügend einkochen kann.

Möhren der Länge nach in sehr dünne Scheiben hobeln

MARINIERTE MÖHREN:
Möhren schälen. Mit Gemüseschäler oder Mandoline der Länge nach in dünne Scheiben hobeln. In eine kleine Schüssel geben.

Alle Zutaten für die Marinade in einem kleinen Topf aufkochen lassen, bis der Zucker geschmolzen ist (ca. 1 Minute). Marinade über die Möhren giessen, sie sollen möglichst völlig bedeckt sein. Abkühlen lassen, dabei ab und zu umrühren.

Möhren in Marinade

MÖHREN-PESTO:
Möhrengrün, Basilikum, Pinienkerne, Parmesan, 1/2 EL Zitonensaft, abgeriebene Zitronenschale, Knoblauch und Chiliflocken im Food-Processor feinhacken.

Mein kleiner Ninja macht kurzen Prozess mit dem Zerkleinern

Bei laufendem Motor langsam das Öl durch den Einfüllstutzen hineingiessen, bis ein glattes Pesto entsteht (dabei Schüsselwände nach Bedarf hinunterschaben). Mit Salz (und nach Geschmack mehr Zitronensaft) abschmecken.

Möhren-Pesto

MÖHREN-LINGUINE:
In einem grossen Topf (für 2 Portionen reicht eine grosse, tiefe Pfanne) Olivenöl mit Knoblauch und Chiliflocken bei mittlerer Hitze erhitzen, bis der Knoblauch hellgolden ist (2-3 Minuten).

Karottensaft hineingiessen und zum Kochen bringen. Linguine hineingeben und unter häufigem Rühren ca. 10-12 Minuten kochen, bis sie al dente sind und der reduzierte Saft sie als dickliche Sauce überzieht, (falls er zu schnell einkocht, etwas mehr Karottensaft oder Wasser dazugeben). Mit Salz abschmecken.

Die Nudeln nehmen den Möhrensaft auf

Möhren-Linguine auf die Teller verteilen, Möhren-Pesto und marinierte Möhrenscheiben darübergeben. Mit geriebenen Parmesan bestreuen.

Mount Desert Island im Dezember

Kommentare:

  1. Hallo Karin,

    durch Deine Beteiligung an dem zu Anfang dieses Jahres im Blog „1xumrühren bitte“ ausgerufenen Blog-Event „Zurück zu
    den Wurzeln“ bin ich auf diesen Beitrag aufmerksam geworden.

    Die Kombination aus den marinierten Möhren, den in Möhrensaft gekochten Nudeln und dem Pesto aus Möhrengrün schmeckt mir wirklich gut und auch optisch finde ich es in seiner Farbkombination sehr ansprechend.

    Da ich mittlerweile nun schon zum zweiten Mal dieses Nudelgericht nachgekocht habe und es inzwischen auch meinerseits weiterempfehle, scheint es mir allmählich doch an der Zeit, mich für diese Anregung zu bedanken.

    Danke
    Gourmandise

    PS:
    Link zu meiner ersten Umsetzung = https://gourmandise.wordpress.com/2018/01/21/bavette-in-moehrensaft-gekocht-mit-marinierten-moehren-moehrengruenpesto-und-parmesan/
    Link zu meiner zweiten Umsetzung = https://gourmandise.wordpress.com/2018/04/18/in-moehrensaft-gekochte-spaghetti-mit-marinierten-moehren-moehrengruenpesto-und-parmesan/

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  2. Das freut mich, dass dir mein Möhrengericht sogar so gut geschmeckt hat, dass du es bereits zweimal nachgekocht hast! Und über ein Feedback freue ich mich ausserdem.
    Nächstesmal, wenn ich wieder einen Deutschland-Trip (nicht nur Familienbesuch in HH) plane, werde ich vorher in deinem Blog nach Anregungen für Restaurants gucken.
    LG, Karin

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    1. Liebe Karin,
      selbstverständlich kannst Du im Vorfeld Deines nächsten Deutschland-Trips in meinem Blog nach Anregungen für Restaurants schauen. Ich gehe zwar relativ selten essen, da sowohl mein Mann als auch ich sehr gerne selbst kochen. Aber wenn wir doch mal essen gehen, bemühe ich mich im Vorfeld eine lohnende Auswahl zu treffen. In den meisten Fällen sind wir darum anschließend auch sehr zufrieden.
      Wenn es konkret wird, frag aber gern gezielt nach...
      Mit kulinarischen Grüßen
      Gourmandise

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  3. Wir machen es genauso, kochen meistens zuhause, aber wenn wir ausgehen, soll es sich auch lohnen.

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